PLAYBOY: Das Hasen-Imperium
Shownotes
Eine Produktion von Studio Jot
Produzent Janis Gebhardt Producer Antoine Wendels Host Janis Gebhardt Redaktionelle Leitung Janis Gebhardt · Antoine Wendels Skript Antoine Wendels Recherche Franka Frei Edit Antoine Wendels und Fanny Huder 2D-Animation Konrad Federkeil Grafik Design Antoine Wendels und Vanessa Neumann Aufnahmeleitung Antoine Wendels Sound Design Fanny Huder und Florian Balmer Mix & Master Sufian Auda
Podcast hören: 🎧 IMPERIUM – überall, wo es Podcasts gibt Spotify: https://open.spotify.com/show/4pK0IusbZQpEGIILYY4qWM Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/imperium/id1846550899 Amazon Music: https://music.amazon.de/podcasts/943bd0b3-e00f-44fb-91ca-502aa4166d9c/imperium YouTube: @podcast.imperium Podigee: https://imperium.podigee.io/
Transkript anzeigen
00:00:02: Irgendwo in einer Fabrik in China laufen Handyhöhlen, Schlüsselanhänger und Rucksäcke über ein Fließband.
00:00:09: Hunderte pro Tag!
00:00:11: Auf jedes dieser Produkte wird das selbe Logo gedruckt – Ein Hase mit Fliege.
00:00:17: Das Unternehmen zu dem der Hase gehört produziert keines dieser Produkte selbst.
00:00:21: Es stellt überhaupt nichts her.
00:00:23: Es druckt kein Magazin mehr.
00:00:25: es betreibt keinen Club und kein Casino.
00:00:28: Es verkauft nur noch eins dieses Logo.
00:00:33: Lizenzprodukte mit dem Playboy-Bunny generieren jährlich über drei Milliarden Dollar Umsatz.
00:00:37: Und trotzdem, das Magazin, mit dem alles angefangen hat wurde im Jahr zwei Tausend zwanzig eingestellt.
00:00:43: Das Ende des Playboys!
00:00:44: Kein Heftmeer kein Playmate kein Club nur noch eins Der Hase auf fremden Produkten.
00:00:57: aber wie wurde aus einem einzigen Marktbild ein globales Markenimperium?
00:01:01: und was passiert mit einem Unternehmen dessen Symbol wertvoller wird als sein Inhalt?
00:01:07: Hi Mein Name ist Janis und mit Studio J erkläre ich euch komplexe Themen in guten Geschichten.
00:01:14: Ja, mein erster und einziger Playboy wurde mir damals in den Sommerferien gekauft als ich gerade fünfzehn Jahre alt war.
00:01:23: Damals habe ich das Heft aus dem Urlaub nach Hause geschmuggelt und dann unter der Matratze in meinem Zimmer versteckt.
00:01:28: da lag es dann bis ich irgendwann komplett vergessen habe und erst beim Umzug wieder aufgetaucht ist mit ein paar echt schlechten Klausuren.
00:01:35: aber das ist ein anderes Thema.
00:01:36: Für mich war das irgendwie eine ganz große und geheimnisvolle Sache.
00:01:40: Von der ganzen Geschichte, hinter dem Magazin wusste ich natürlich damals noch überhaupt nichts – dabei könnte sie spannender nicht sein!
00:01:46: Sie beginnt nicht in einem Büro oder an einem Schreibtisch sondern in der Küche eines jungen Mannes.
00:01:59: Herbst, nineteenhundertdreiundfünfzig Chicago.
00:02:03: In einer Küche in der Southside sitzt ein siebenundzwanzigjähriger Mann an seinem Esstisch Vor ihm Bildausschnitte Textentwürfe, eine Schere und ein Tuberklebstoff.
00:02:17: Er baut das Layout einer Zeitschrift die es bis jetzt noch nicht gibt.
00:02:22: Sein Startkapital?
00:02:24: Sechshundert Dollar.
00:02:26: Geliehen gegen einen Pfand auf die Möbel um ihn herum!
00:02:33: Der Mann am Küchentisch heißt Hugh Hefner.
00:02:36: Bis vor kurzem hat er als Werbetexter für das Männermagazin Esquire gearbeitet – für sechzig Dollar die Woche.
00:02:43: Als er um eine Gehaltserhöhung von fünf Dollern bittet, wird seine Forderung abgelehnt.
00:02:47: Hefner kündigt – was er nun vorhat, klingt auf dem Papier Größenwahnsinnig!
00:02:51: Er will sein eigenes Magazin gründen für Männer mit Erotik aber eben nicht nur.
00:02:57: Sein Konzept Nackte Frauen neben Kurzgeschichten Jazz-Rezensionen neben Cocktailtipps Mode neben Philosophie.
00:03:11: Ein Heft, das Sex nicht versteckt, sondern einrahmend in einen modernen Lebensstil?
00:03:16: Das Problem?
00:03:17: Hefner hat kein Geld!
00:03:18: Die sechshundert
00:03:21: Dollar aus dem Möbelkredit reichen für sein Vorhaben nicht – also klopft er bei Freunden und Familie an.
00:03:27: Fünfundvierzig verschiedene Investoren geben ihm Beträge zwischen fünfundzwanzig und fünfhundert dollar.
00:03:32: Insgesamt kratzt er so eightausend Dollar zusammen, darunter auch tausend Dollar von seiner Mutter einer streng gläubigen Methodistin.
00:03:39: Sie glaubt zwar nicht an die Geschäftsidee aber an ihren Sohn Hugh!
00:03:45: Von dem gesammelten Geld kauft Hefner unter anderem die Rechte eines Nackt-Fotos des damals weltberühmten Superstars Marilyn Monroe.
00:03:53: Das Foto stammt aus einem Kalendershooting von nineteenhundertneunundvierzig.
00:03:57: Monroe hat die Bilder in einer Phase aufnehmen lassen, in der sie völlig pleite und noch nicht wirklich berühmt war.
00:04:03: Hefner kauft die Nutzungsrechte von dem kleinen Kalenderserlag für fünfhundert Dollar.
00:04:07: Monroe selbst weiß nichts davon, sie hat nach der Modellgage von fünfzig Dollaren kein Geld an den Bildern verdient und trotz riesiger Auflage wird sie auch keinen weiteren Cent mehr sehen.
00:04:19: Das erste Heft erscheint im Dezember.
00:04:21: nineteenhundertdreiundfünfzig Verkaufspreis?
00:04:24: Fünfzig Cent.
00:04:29: Hefner drückt kein Datum auf das Cover, weil er sich noch nicht so richtig sicher ist ob es überhaupt jemals eine zweite Ausgabe geben wird.
00:04:36: Doch überraschend wird die gesamte Auflage knapp fünfzigtausend Exemplare innerhalb von wenigen Wochen aus verkauft!
00:04:44: Für die zweite Ausgate entwirft Odd Paul in nur einer halben Stunde ein Logo Ein Hasenkopf im Profil Mit Fliege schwarz auf weiß.
00:04:59: Dieser Hase wird in den nächsten siebzig Jahren eines der bekanntesten Markenzeichen der Welt.
00:05:04: Aber es ist nicht nur der Hase allein, der den Playboy so erfolgreich macht.
00:05:08: Es ist die Positionierung!
00:05:09: In der ersten Ausgabe druckt Hefner Kurzgeschichten neben die Nachtbilder von Bestsellerautoren wie Ray Bradbury und Sherlock Holmes-Adfinder Sir Arthur Conan Doyle.
00:05:19: Jazzkolumnen nehmen Cocktailrezepten.
00:05:21: Modetipps nehmen Katoons.
00:05:23: Diese Mischung ist das Entscheidende.
00:05:26: Denn in den fünftiger Jahren ist Amerika Brüder Sex ein absolutes Tabu.
00:05:30: Erotik-Magazine gelten als Schmuddelhefte, die man besser unter der Matratze versteckt.
00:05:35: Puh!
00:05:35: Wenigstens hier habe ich alles richtig gemacht.
00:05:37: Hefner jedoch fechtete diese Logik an... ... er erschafft ein Heft das man offen auf den Couchtisch legen kann weil neben den Nacktbildern Hemingway und Jazz Reviews stehen.
00:06:02: In einer Gesellschaft voller Tabus ist das eine ziemliche Revolution.
00:06:08: Und genau diese Erlaubnis wird zum Fundament von allem, was danach kommt.
00:06:13: Innerhalb von fünf Jahren steigt die Auflage auf über eine Million Exemplare im Monat an.
00:06:18: Der Playboy ist nicht mehr nur ein Magazin.
00:06:20: er ist eine Marke geworden und Hefner hat eine Idee, wie man diese Erlaubnis vom Papier in die Welt bringt.
00:06:38: In einem mehrstückigen Gebäude in der Innenstadt stehen dreißig junge Frauen zur Inspektion bereit.
00:06:44: Sie tragen Korsett, Hasenauern, Handschuhe, Fliege und ein Baumwoll-Puschel am Hoh.
00:06:52: Alles muss sitzen denn heute Abend eröffnet der erste Playboy Club der Welt... ...und die Schlange vor der Tür.
00:07:01: Bis hierhin ist Playboy ein Magazin, Tinte auf Papier.
00:07:05: Aber Hugh Hefner will mehr!
00:07:07: Er will dass man seine Marke nicht nur ließ sondern erleben kann.
00:07:11: Der Playboy Club ist dabei nur eine logische Konsequenz.
00:07:14: Das Konzept ist simpel Ein Nachtclub mit Restaurant Bar und Live-Programm.
00:07:19: Zutritt?
00:07:20: Nur für Mitglieder Gegen eine Jahrzgebühr von twenty fünf Dollar.
00:07:24: Dafür bekommt man einen goldenen Schlüssel.
00:07:27: Die Schlüsselkarte an sich wird zum Statussymbol, der Besuch selbst ist eher optional.
00:07:33: Nur einundzwanzig Prozent der Mitglieder betreten jemals einen Playboy-Club – die übrigen neunundsebzig Prozent zahlen fünfundzwantig Dollar im Jahr für das Gefühl dazu zugehören!
00:07:42: Das ist kein klassisches Gastronomiegeschäft.
00:07:45: Hugh Hefner schafft es erneut aus einem Tabu eine Erlaubnis zu machen nur dieses Mal nicht mit Papier sondern in Form eines goldenen Schlüssels.
00:07:55: Der Chicagoa Club wird zum meistbesuchten Nachtclub der Welt.
00:07:59: Allein im ersten Quartal kommen über onehundertdreißig tausend Gäste.
00:08:03: Newsweek nennt den Club ein Disneyland für Erwachsener!
00:08:07: Es folgt der entscheidende Business-Move.
00:08:09: Playboy baut die meisten Clubs, die nun folgen werden nicht selbst – das Konzept wird lizenziert und so zum Franchisegeschäft.
00:08:17: Das heißt lokale Betreiber zahlen eine Gebühr, übernehmen die Bau- und Betriebskosten selbst und verpflichten sich, alles genau nach Playboy-Vorgaben umzusetzen.
00:08:26: Playboy selbst umgeht das Risiko – und kassiert am Gewinn schlussendlich trotzdem mit!
00:08:31: Gleichzeitig funktionieren die Clubs als riesige Werbeplattform für das eigentliche Magazin.
00:08:36: Mehr Clubs bedeuten mehr Sichtbarkeit.
00:08:39: Mehr Sichtbarigkeit, mehr Verkauf der Hefte und mehr Verkäuft der Hefe mehr Werbeeinnahmen.
00:08:44: Innerhalb von nur fünf Jahren entstehen Playballclubs in über zehn Städten der USA.
00:08:49: Dazu internationale Standorte in London, Jamaica und in Philippin.
00:08:54: Zu Spitzenzeiten betreibt oder lizenziert Playboy über vierzig Clubs weltweit.
00:09:06: Hinter dem Glamour steckt ein System das wenig Spielraum lässt.
00:09:09: Die Frauen in den Bunny-Kostüm arbeiten nach einem vierzigseitigen Handbuch – jede Bewegung ist vorgeschrieben!
00:09:18: Wie man ein Tablet hält, wie man sich bückt ohne dass das Korsett verrutscht.
00:09:23: Wann die Bannys zu lächeln haben?
00:09:25: Sie müssen onehundert vierzig Cocktailrezepte auswendig können.
00:09:29: Okay?
00:09:29: All right let's give it a try.
00:09:30: go along
00:09:32: this
00:09:33: way.
00:09:33: okay where we got low carry at the moment Low Carry.
00:09:35: Vor jeder Schicht gibt es eine Infektion Haare, Nägel, Makeup, Push-Rip.
00:09:41: Wer Fehler macht sammelt Minuspunkte.
00:09:43: Hundert Minuspunkte bedeuten die Königung.
00:09:46: Das Bunny-Kostüm wird sogar zum ersten Arbeitskostüm in der Geschichte, das beim US-Patentamt als Marke eingetragen wird.
00:09:53: Ein Kellnerenautfit als geschütztes geistiges Eigentum.
00:10:01: Die Männer hinter Playboy denken von Anfang an alles als Markel.
00:10:04: Dabei geht es nicht nur ums Geschäft.
00:10:06: Hefner nutzt seine Plattform auch politisch.
00:10:08: Bei der Eröffnung des Chicagoer Clubs tritt die damals siebzehnjährige Aretha Franklin auf.
00:10:15: In einer Zeit, zu der in vielen US-Bundestaaten noch die Rassentrennung besteht, treten in Playboy-Clubs schwarze und weiße Künstlerinnen und Künstlern gemeinsam auf.
00:10:24: Im Magazin erscheint in den Südstaaten ein verweigert.
00:10:40: Es wird das lukrativste Geschäft des gesamten Imperiums.
00:10:44: Allein, dass Londoner Casino erwirtschaftet, ist mehr als das Magazin selbst.
00:10:51: Parallel wird auch der Name Hugh Hefner zur Marke.
00:10:53: In seiner TV-Show Playboys Penthouse inszeniert er sich als lässiger Gastgeber.
00:10:58: Pfeife, Flieger, Cocktail – sein Image und die Marke verschmelzen.
00:11:03: Hugh Heffner isst der ultimative Playboy!
00:11:09: Innerhalb eines Jahrzehnts hat Hefner ein Imperium aufgebaut.
00:11:13: Clubs, Casinos, Hotels eine TV-Produktionsfirma Ein Plattenlabel, einem Modelagentur sogar in Limousine-Service.
00:11:21: Die monatliche Auflage des Magazins übersteigt, die Marke von sieben Millionen Exemplaren mehr als Times und Newsweek.
00:11:30: Sieben Millionen Hefte im Monat Clubs auf drei Kontinenten Casinos in London.
00:11:35: Hugh Hefnar ist auf dem Höhepunkt seiner Karriere.
00:11:38: In diesem Moment taucht ein Mann auf dem den Krieg erklärt und das Playboy Bunny ins Fadenkreuz nimmt.
00:11:53: Auf Hugh Hefners Schreibtisch liegt die erste US-Ausgabe eines neuen Konkurrenten, auf dem Cover – Das Bunny im Faden Kreuz Darunter der Slogan We are going rabbit hunting.
00:12:07: Zum ersten Mal in sechszehn Jahren hat der Playboy ein Gegner, der es ernst meint.
00:12:19: Der Mann hinter der Kriegserklärung heißt Bob Cucione, sein Magazin Penthouse.
00:12:24: Gegründet in London, jetzt auf dem Sprung in die USA – Cuciones Strategie ist einfach!
00:12:40: Er zeigt das, was Playboy nicht zeigt.
00:12:42: Während Playboy-Nacktheit immer hinter eleganten Posen und geschickten Schnitten verbirgt, geht Penthouse einen Schritt weiter – und noch
00:12:52: ein!
00:13:01: Innerhalb eines Jahres knackt Penthouse die Millionenmarke.
00:13:05: Die Branche nennt den Konkurrenzkampf die Pubic Wars, ein Wortspiel auf die antiken Pionic Wars also punischen Kriege.
00:13:12: Statt Rom gegen Catago geht es hier aber um Playboy gegen Penthouse und konkret darum welches Magazin sich traut noch mehr Nacktheit und noch explizitere Fotos zu zeigen.
00:13:35: Und wer geht
00:13:41: weiter?
00:13:51: Die großen Werbekunden werden langsam nervös.
00:13:55: Marken wie Ford wollen nicht neben plump pornografischen Inhalten stehen, Hefner steht vor einer Entscheidung.
00:14:00: Weiter eskalieren und Penthouse auf dessen Terrain schlagen.
00:14:04: oder zurück zum Kern – Lifestyle mit Anspruch!
00:14:06: Er entscheidet sich für den Mainstream.
00:14:08: Statt expliziter zu werden holt Playboy Autorinnen und Autoren wie Margaret Artwood, Gabriel Garcia-Smarquez und Kinderbuchautor Rule Doll ins Heft.
00:14:18: Playboy investiert in Druckqualität und Fotografie.
00:14:21: Es soll das Magazin bleiben, dass man offen auf den Couch schlägen kann!
00:14:25: Die Erlaubnis die Hefner newtonsundhunderteinfünfzig erfunden hat, soll nicht verspielt werden.
00:14:30: Penthouse geht in die andere Richtung – und bezahlt dafür dem Preis.
00:14:34: Guccione eskaliert immer weiter.
00:14:36: Neunzehnhundertneunundseipzig übersteigt ihr Auflage sogar kurzzeitig die von Playboy.
00:14:40: Aber die Hardcore-Richtung vertreibt den großen Werbepartner.
00:14:47: Das US-Militär verband Penthouse von seinen Stützpunkten, im Jahr two-thausend drei meldet Penthouse Insolvenz an.
00:14:53: Guccione stirbt in dem Jahr zwei-tausend zehn... ...aber auch Playboy gerät in Straucheln.
00:15:04: Hefners Expansions waren der Siebzeiger!
00:15:07: Plattenlabel, Limousine-Service, Filmproduktion hat das Unternehmen ungesund aufgebläht.
00:15:12: Und in den letzten Jahren schreibt Playboy erstmals rote Zahlen – dann der Todestoß!
00:15:18: Die Casino-Lizenz in London wird in den vergangenen Jahren von US-Jahres entzogen.
00:15:25: Von einem auf den anderen Tag weg.
00:15:27: In Atlantic City scheitert ein anderes geplantes Casino an der Lizenz.
00:15:31: Weitere Millionen versinkt.
00:15:33: Innerhalb weniger Monate verliert Playboy fast zweihundert Millionen Dollar.
00:15:37: Playboy ist an diesem Punkt rechnerisch bankrot.
00:15:40: Das Imperium, das Hefner in zwanzig Jahren aufgebaut hat, ist innerhalb von Monaten kollabiert.
00:16:06: Sie wird Präsidentin von Playboy Enterprises und handelt nach einer einzigen Erkenntnis.
00:16:12: Playboy ist kein Hospitality-Konzern, kein Casinobetreiber und kein Plattenlabel.
00:16:17: Play Boy ist eine Medienmarke – alles was nicht dazu gehört muss weg!
00:16:22: Sie schließt Clubs, verkauft den Privatjet, kappt die Nebengeschäfte….
00:16:26: sie schrumpft das Imperium auf seinen Kern zurück... Die Bilder, den Hasen.
00:16:32: Das Unternehmen das übrig bleibt ist um einiges schlanker und ein Symbol, dass sie jeder auf der Welt erkennt.
00:16:38: Christi Hefner ahnt vielleicht noch nicht was in diesem Symbol steckt aber es wird bald das einzige sein, was Playboy überhaupt noch hat.
00:16:53: Anfang der Nullerjahre.
00:16:55: In Fabriken in China werden Millionen Produkte mit dem Bunny-Logo bedruckt Handyhüllen Rucksäcke Bettwäsche Parfüm.
00:17:04: Playboy betreibt in China zeitweise über drei Tausend Einhundert Stores.
00:17:08: In einem Land, in dem das Playboy-Magazin verboten ist.
00:17:12: Das Bunny verkauft sich hier als Zeichen für westlichen Glamour.
00:17:16: Was das Logo ursprünglich bedeutet hat spielt keine Rolle mehr.
00:17:21: Während dass Bunny auf der einen Seite der Welt Fabriken füllt bricht in den USA das Kerngeschäft völlig zusammen.
00:17:27: Das Internet macht erote Kosten los jederzeit überall mit einem Klick.
00:17:32: Die Auflage fällt von über sieben Millionen auf unter dreihundert.
00:17:36: Das Jahr zweitausend endet mit einem Rekordverlust von siebenundvierzig Millionen Dollar.
00:17:40: und dann passiert etwas, das niemand geplant hat – nicht dass Magazin rettet Playboy sondern Popkultur rettete den Hasen.
00:17:59: Es beginnt mit einer Halskette.
00:18:02: Als Sarah Jessica Parker in Sex and the City ein Bunny-Anhänger trägt, wird das Logo über Nacht zum Fashion Statement.
00:18:08: Paris Hilton trägt es – Lindsay Lone, Jessica Simpson.
00:18:12: Plötzlich ist der Hase nicht mehr das Zeichen eines Männermagazins.
00:18:15: Es wird über Nacht zu einem Accessoire für junge selbstbewusste Frauen.
00:18:21: In natürlich blond verkleidet sich Elle Woods als Playboy Bunny.
00:18:25: In Mean Girls trägt Bridgina George das Kostüm zur Halloween In Bridget Jones sowieso.
00:18:31: Das Bunny wird ironisch, wird camp, wird pop.
00:18:35: Zum fünftigjährigen Jubiläum-Streich-Designer wie Versace und Vivian Westwood limitierte Playball-Kollaboration.
00:18:42: Das Bunny ist jetzt High Fashion!
00:18:44: Und hier kippt das Geschäftsmodell endgültig – wir erinnern uns.
00:18:48: Hefner hat in den letzten Jahren eine Erlaubnis erfunden – die Erlaubnisse Sex und Anspruch zusammenzudenken.
00:18:55: Fünfzig Jahre später ist von dieser Erlaubnung nur noch das Zeichen übrig.
00:18:59: Aber das Zeilen reicht völlig.
00:19:01: Weil Playboy in den Siebzigern die Grenz zur Pornografie nicht überschritten hat?
00:19:06: Die Entscheidung von damals zahlt sich jetzt aus.
00:19:09: Playboy verdient mit dem Bunny auf fremden Produkten mehr als mit dem eigenen Magazin!
00:19:14: Das Lizenzgeschäft macht im Jahr bis zum Ende des Jahres um rund zwei Tausend dreizehn Rundfünfundsechzig Prozent des Gesamtumsatzes aus.
00:19:19: Produkte mit dem Hasen werden in über hundert Achtzig Ländern verkauft.
00:19:23: Play Boy rückt auf Platz einundzwanzig der größten Lizenzgeber der Welt noch vor.
00:19:28: Harley-Davidson.
00:19:32: Hugh Hefner, Gründer des Herrenmagazins Playboy ist im Alter von einundneunzig Jahren gestorben.
00:19:38: Zwei-tausend-sebzehn stirbt Hugh Heffner mit einundinzig Jahren.
00:19:41: Die Menschen sind für ausgelassene Partys bekanntes Anwesen, Playboy-Menschen verkauft.
00:19:45: Die menschen wird verkauft!
00:19:46: Zwei tausend zwanzig veröffentlichte Playboy die letzte Printausgabe in den USA und setzt er ab da auf ein rein digitales Angebot.
00:19:54: Nach einer Pause von fast fünf Jahren kehrt die Marke jedoch zurück und veröffentlicht im Februar, zwei-tausendfünfundzwanzig wieder eine gedruckte Ausgabe.
00:20:02: Der Playboy erscheint in den USA mittlerweile als jährliches Printmagazin.
00:20:07: In Deutschland erscheinte der Playboy noch monatlich als Print.
00:20:10: Was bleibt ist ein Unternehmen das sich Playboy Group nennt und zweitausendeinundzwanzig zum zweiten Mal an die Börse geht – kein Magazin, kein Club, kein Casino!
00:20:19: Nur ein Hase & Lizenzverträge.
00:20:21: Während die Aktie in den Jahren, sogar um über siebenundneunzig Prozent abstürzt bleibt das Bunny stabil.
00:20:28: Auf Klamotten auf Schmuck auf Handyhöhlen in Hundert-Achzigländern.
00:20:32: In dem Jahr zwei tausendsextenzwanzig bedeutet der Hase mit Flieger etwas völlig anderes als neunzehnhundertdrehenfünfzig.
00:20:42: Damals stand er für eine Rebellion gegen das Brüder Amerika.
00:20:46: Heute hängt es als Schlüsselanhänger neben Hello Kitty.
00:20:49: Je weniger Playboy ein Erotik unternehmen wurde dass so besser funktionierte der Hase als Massenware.
00:20:55: Ein leeres Zeichen, in das jeder hineinprojiziert was er will Luxus, Ironie, Nostalgie, Provokation oder einfach nur ein hübscher Hase mit Fliege.
00:21:07: Playboy hat nicht Erotik verkauft.
00:21:09: Playboy hatte eine Erlaubnis verkauft Erst auf Papier dann als goldenen Schlüssel Dann als Lebensstil Und als das Produkt verschwand, blieb diese Erlaubnissen.
00:21:19: Hefner hat in den letzten Jahren keine Zeitschrift gegründet.
00:21:23: Er hat eine Marke gebaut, die sich von ihren eigenen Inhalten lösen konnte.
00:21:27: Es ist einer der beeindruckendsten Branding-Geschichten des zwanzigsten Jahrhunderts.
00:21:32: Denn am Ende steht ein Hase, der für alles steht und für nichts – ein Logo ohne Magazin!
00:21:37: Und die Frage ob eine Markel, die ihr Produkt überlebt wirklich überleibt hat oder nur noch existiert?
00:21:51: Dieses Video hat die Story hinter dem Bunny erzählt.
00:21:53: Wenn euch aber die komplette Story hinter Playboy interessiert dann empfehle ich euch unseren Podcast Imperium Die Playboy Story.
00:22:00: Da erzählen wir in vier Folgen die komplette Geschichte, wie eine Journalistin sich undercover als Vaninen Club geschläust hat und dort ein System aus Kontrolle- und Doppelmoral aufdeckte oder von der Tochter, die das Imperium ihres Vaters retten musste – obwohl sie allen Grund gehabt hätte es brennen zu lassen!
00:22:16: Die Playboys Story überall wo's Podcast gibt.
00:22:19: Link findet ihr auch in der Beschreibung.
00:22:21: Bis zum nächsten Mal, ciao.
Neuer Kommentar