TINDER: Das Milliardenbusiness mit der Einsamkeit

Shownotes

Eine Produktion von Studio Jot

Executive Producer Janis Gebhardt

Producer Alexander Hemsen Antoine Wendels

Host Janis Gebhardt

Redaktionelle Leitung Janis Gebhardt Antoine Wendels

Skript Alexander Hemsen Janis Gebhardt

Recherche Franka Frei

Formatentwicklung Alexander Hemsen Janis Gebhardt Florian Balmer Sufian Auda

Edit Fanny Huder

2D-Animation Szenen Nico Schumann

2D-Animation Erzählung Svenja Döbert Vanessa Neumann

Aufnahmeleitung Florian Balmer

Sound Design Sufian Auda Maxim Hemsen

Mix & Master Sufian Auda

Transkript anzeigen

00:00:03: Tinder-CEO Sean Red sitzt im Interview mit einer britischen Journalistin.

00:00:07: Er muss sich harten Anschuldigungen stellen.

00:00:09: Tinder, gestartet als Datingrevolution gilt mittlerweile als App für oberflächliches Sextreffen.

00:00:16: Matchgroup der Konzernen Hintertinder sei inzwischen ein Ort an dem weibliche Führungskräfte benachteiligt und schikaniert werden.

00:00:23: Statt diese Vorwürfe im Gespräch nun zu entkräften macht Sean Red ein unglaubliches Geständnis.

00:00:29: Er ist süchtig.

00:00:32: Nach seiner eigenen App!

00:00:35: Hi, ich bin Janis und mit Studio J erkläre ich euch komplexe Themen in guten Geschichten.

00:00:44: Das Interview sorgt weltweit für Schlagzeilen.

00:00:46: Der Tinder-Chef beteuert später das alles nicht so gemein zu haben.

00:00:50: Die Zahl der Nutzenden wächst seit dem Start der Dating Revolution trotzdem unaufförlich.

00:00:55: Macht Online-Dating uns alle süchtig?

00:00:58: Da sollte man sich schon fragen, warum eigentlich.

00:01:01: Und wie kann das sein?

00:01:02: hat nicht irgendwann jeder Topf seinen Deckel gefunden!

00:01:05: Die Geschichte der Dating-Apps ist halt eben nicht nur eine über die Liebe und wie man sie findet.

00:01:09: es ist vor allem die Geschichte über das Geschäft mit der Liebe.

00:01:13: In diesem Video finden wir heraus wie das System Online-dating wie wir's heute kennen erschaffen wurde.

00:01:19: Wir entschlüsseln wie aus ex Freundinnen feinschaften werden und daraus neue Geschäftsideen entstehen Und wir blicken hinter die Kulissen einer Welt, in der Milliarden verdient werden.

00:01:29: Mit unserem Bedürfnis nach Nähe und der großen Angst vor Ablehnung.

00:01:33: Es ist eine Geschichte, die es in sich hat – aber eigentlich ziemlich alltäglich beginnt mit einem Mann, der Angst davor hat ein Korb zu

00:01:40: bekommen.".

00:01:49: Januar-Zw.

00:01:50: in einem Restaurant in Kalifornien.

00:01:54: Die beiden Freunde Sean Rat and Justin Metin sind zum Lunch verabredet.

00:02:00: Schon seit Minuten schaut er immer wieder zu einer Frau, die ein paar Tische weiter sitzt.

00:02:06: Justin Martin vermerkt die Blicke und versucht ihn zu ermutigen.

00:02:09: Sein Freund versucht ihm klarzumachen dass sein Korb zum Dating einfach dazugehört.

00:02:15: Sean Red denkt über die Aussage seines Freundes nach... ...und lässt langsam seinen Besteck sinken.

00:02:26: In diesem Moment kommt ihm eine Idee Die Idee zu einer App, die die Suche nach der Liebe für immer verändern wird Matchbox heute besser bekannt als Tinder.

00:02:35: Erfunden hat Tinder das Konzept Online-Dating allerdings nicht.

00:02:39: Schon lange vor Zwei-Tausend-Zwölf gab es für Singles die Möglichkeit, im Internet nach ihrer besseren Hälfte zu suchen – und das auf der ganzen Welt!

00:02:46: Zwei Tausend Sechs gab es in Lateinamerika und Europa bereits die App BADU.

00:02:51: Zwei tausend Elf kam dann LAWU dazu.

00:02:54: Was diese beiden Genialen Namen bedeuten ist wahrscheinlich Stopp für ein ganz anderes Video oder?

00:02:59: Also….

00:03:00: BADUU bedeutet wohl Sozial extrem schlecht.

00:03:04: Lavoo bedeutet einfach Laugh mit zwei Ohr.

00:03:08: Okay, weiter im Text!

00:03:11: In den USA fanden Badu und Lavoo aber damals gar nicht statt.

00:03:14: Stattdessen war seit dem Jahr die App Grinder in aller Munde bzw.

00:03:19: in homosexueller und bisexueller Munde.

00:03:22: Eine App unabhängig von der Sexualität gab es in den USA allerdings nicht.

00:03:26: Allgemeines Online-Dating beschränkte sich damals auf Websites.

00:03:30: Dating-Website waren jedoch kompliziert kostenpflichtig und hatten allem voran ein riesiges Imageproblem.

00:03:37: Menschen, die nach Liebe im Internet suchten, galten als ziemlich verzweifelt.

00:03:42: Nach der Nutzung waren sie es mit Sicherheit.

00:03:44: Auf Dating-Websites wie Match.com dem damaligen Marktführer in den USA konnten Userinnen und User theoretisch hunderte Profile liken und anschreiben allerdings ohne jemals eine Antwort zu bekommen – einen Matching System gab's nicht!

00:03:59: TronRed wollte all das ändern.

00:04:01: Online-Dating soll endlich auch etwas für junge, coole Menschen werden!

00:04:05: Doch als im September, zwölf, released wird bleibt der große Hype aus.

00:04:09: in den ersten paar Tagen kann die App gerade einmal ein paar Hundert Downloads verzeichnen.

00:04:14: Er glaubt so sehr an die Idee dass er sein anderes vielversprechendes Startup verkauft um sich voll und ganz auf die Entwicklung von Tinder zu konzentrieren.

00:04:23: War seine Vision vom online Dating der Zukunft nur heiße Luft?

00:04:27: All seine Arbeit umsonst?

00:04:28: Nö Schon in den Jahren kam Tinder plötzlich die Marke von einer Million Downloads.

00:04:34: Nicht mal ein Jahr nach dem verkorksten Start, aber warum hat es dann plötzlich doch geklappt?

00:04:38: Deshalb!

00:04:39: Im November für Tinder offiziell den Swipe ein.

00:04:43: Zuvor konnte man auf ein rotes Herz oder ein blaues X klicken um zu zeigen ob einem ein Profil gefällt oder nicht.

00:04:49: Mit einem Swipe bleibt das Prinzip exakt das gleiche nur eben dass man jetzt wüscht und nicht mehr klickt.

00:04:56: Warum das so genial ist?

00:04:57: Weil es mir Spaß macht.

00:04:58: Dating wird zu einem Spiel und Tinder zu einer rasant wachsenden Marke.

00:05:03: Die Idee zum Swipe hatte übrigens ein Tinder Frontend Designer, als er mit CEO Sean Rat eine Runde Karten spielte.

00:05:10: In nur einer Nacht wurde die neue Funktion in die App implementiert Und online Dating wie wir's heute kennen war geboren.

00:05:17: Neben Sean Rat und seiner Designabteilung waren zwei weitere Personen maßgeblich am Erfolg von Tinder beteiligt Justin Metin und Whitney Wolfe.

00:05:27: Justin Metine kennt ihr bereits, es ist der Freund aus dem Restaurant, der Sean Redd zu Tinder inspirierte.

00:05:32: Als es mit Tinder so richtig losgingen wurde Metin von seinem Freund kurzerhand zum Marketingchef der App ernannt.

00:05:38: Whitney Wolff war Mitbegründerin im Sales Team und stieg von dort schnell zur Marketing-Fizischefin auf.

00:05:45: Wolf war diejenige, die sich den Namen Tinder – also Englisch für Zunder und die dazugehörige Flamme ausgedacht hat.

00:05:52: Die Flampe, die bis heute das Eiken der App zieht.

00:05:56: Hätte Wolf damals gewusst, dass sie nur zwei Jahre später die Konkurrentin von Tinder sein würde, hätte sie diese Idee wahrscheinlich für sich behalten!

00:06:03: Aber dazu später mehr… Im August-Zweiß-Karriere-August-Jung.

00:06:07: Nicht einmal ein Jahr nach Markteintritt generiert Tinder im Monat drei Milliarden Swipes.

00:06:13: Das macht zwei Millionen Matches am Tag.

00:06:16: Damit beeinflusst Tinder einen historischen Kipppunkt.

00:06:22: Das Jahr, in dem sich mehr Paare online kennenlernen als über Freunde – und das ist bis heute so!

00:06:28: Die meisten Beziehungen, egal ob hetero- oder homo-, pan- oder bisexuell beginnen mit einem Swipe und einer Nachricht die ungefähr so aussieht….

00:06:37: Hey wie geht's?

00:06:40: Wenn du eine Stadt wärst, dann wirst Du Mainz je nach Kreativitätslevel.

00:06:46: So Das war unangenehm?

00:06:48: Jetzt seid ihr dran, schreibt mir eure bodenlosesten Anmachakrobatiken in die Kommentare.

00:06:55: Es gibt zwar keine konkreten empirischen Daten dazu aber um festzustellen dass Tinder an dieser Entwicklung mehr als nur ein Börtchen mitzureden hatte braucht es glaube ich auch gar keine Studie.

00:07:07: Tinder hat es geschafft in wenigen Monaten eine ganze Branche zu revolutionieren und das nicht nur in den USA.

00:07:13: Spätestens seit den Olympischen Winterspielen in Sochi, ist Tinder auf der ganzen Welt bekannt.

00:07:19: Der Grund dafür?

00:07:21: Die neuseeländische Snowboarderin Rebecca Thor.

00:07:23: Sie ging damals offen damit um dass sie Tinder im olympischen Dorf nutzte um auch außerhalb der Piste ein paar Moves zu pullen.

00:07:32: Tinder wird in rasender Geschwindigkeit von einem ambitionierten Start-up zu einem globalen Player.

00:07:38: Doch noch vor dem Erreichen des Höhepunkt beginnt die Fassade zu bröckeln... ...von Innen heraus.

00:07:43: Hinter dem internationalen Erfolg häufen sich Vorwürfe, auch in der Belegschaft des Unternehmens.

00:07:48: Allen voran ausgerechnet Sexismus!

00:07:52: Ohne es zu wollen, legen die Architekten des Erfolgs so auch den Grundstein dafür dass Tinder eine mächtige Konkurrenz bekommt, die nicht weniger will als eine weitere Dating-Revolution.

00:08:10: Sommer, twohntausend vierzehn am Flughafen London Heathrow.

00:08:16: Whitney Wolff ist gerade gelandet.

00:08:18: Vor kurzem erst hat Wolf fest entschlossen bei Tinder gekündigt.

00:08:22: Damit hat sie das Interesse eines russischen Millionärs geweckt, der sie nach London einlädt.

00:08:27: Vor dem Flughafen parkte eine schwarze Limousine.

00:08:30: Darin wartet André Andrejev.

00:08:34: Andréjev ist der Besitzer von Badoo, der mit rund dreihundert Millionen Userinnen und Usern damals größten Dating-App der Welt.

00:08:43: AndrejeV kommt direkt zur Sache!

00:08:45: Er bietet Wolf an Marketingchefin von Badao zu werden.

00:08:48: Es ist ein Angebot, dass sie eigentlich unmöglich ablehnen kann.

00:08:52: Sie tut es trotzdem!

00:08:54: Denn seit ihrem Zerwürfnis mit Shawn Redd und Justin Matin bei Tinder hat sie ein neues Ziel – sie will eine eigene Plattform gründen die nicht die Bedürfnisse von Männern ins Zentrum stellt sondern das von Frauen.

00:09:06: Kurzerhand dreht sie den Spieß um und macht nun Andréev einen Gegenangebot.

00:09:12: Andrév verlegt ein und wird so zum Investor von Bumble.

00:09:18: Was ist passiert?

00:09:19: Wie kam es zu diesem Moment?

00:09:21: Whitney Wolfe erreicht mit gerade einmal vierundzwanzig Jahren den Tiefpunkt ihres Lebens.

00:09:25: Trotz einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit kündigt sie bei Tinder!

00:09:29: Was genau ist passiert?

00:09:31: Um das zu verstehen, werfen wir einen Blick auf das Organigramm von Tinder.

00:09:35: Macht euch bereit für Gossip vom Feinsten.

00:09:38: Also Sean Redd ist Gründer und CEO von Tinder.

00:09:42: Justin Metine Redds Kumpel isst Marketingchef Und auch von Anfang an mit dabei.

00:09:47: Whitney Wolff, Vizemarketingchefin ist ebenfalls Mitgründerin.

00:09:51: Fortinder hatte sie keinen persönlichen Bezug zu Red oder Matin.

00:09:56: Bis Sie und Ihr Vorgesetzter Justin Matin sich dazu entschließen, sich auch außerhalb der Bürozeiten zu sehen.

00:10:03: Es folgt eine On-of-Beziehung die Wolff nach ein paar Monaten wieder beendet.

00:10:07: Als Matin erfährt dass seine Angestellte und Ex-Situationship einen neuen Freund hat eskaliert diese Situation.

00:10:15: Von da an stellt Justin Martin Whitney-Wulf immer wieder vor versammelter Belegschaft bloß.

00:10:20: Irgendwann bekommt auch CEO schon Red Wind von dem Verhalten seines Freundes, wirklich was dagegen tut er jedoch nicht.

00:10:27: Martin schikaniert weiter – Red schaut weiter weg!

00:10:32: Bis Wolf schließlich nichts anderes übrig bleibt als zu kündigen und rechtliche Schritte einzuleiten.

00:10:38: Im Juni-Zweitausend vierzehn flattert ihre Klage bei Tinder rein der Vorwurf geschlechtsspezifische Diskriminierung am Arbeitsplatz.

00:10:47: Im selben Zug werden sexistische und rassistische Chatverläufe von Justin Matin geliegt.

00:10:52: Jetzt meldet sich CEO Sean Redd und versucht den Schaden zu begrenzen, er handelt mit Wolf ein Millionen schweren Deal aus – Ein Deal der zudem kein Wettbewerbsverbot enthält!

00:11:03: Wolf & Tinder legen ihren Rechtsstreit bei.

00:11:06: allerdings ist das erst der Beginn des eigentlichen Rachefeldzugs.

00:11:11: Bereits Ende den Jahr ihrer Kündigungen geht sie mit Bumble Live.

00:11:16: Eine Plattform, bei der Frauen den ersten Schritt machen und Männer erst mal warten müssen.

00:11:21: Statt Feuer- und Zündholz gibt es nun Bienen & Honig.

00:11:24: statt toxischer Männlichkeit Selbstbestimmung.

00:11:28: Whitney Wolfe inzwischen Fünfundzwanzig und Bumble CEO nennt ihre App eine feministische Dating Revolution.

00:11:36: Und das sieht nicht nur sie so.

00:11:38: Innerhalb kürzester Zeit wird Bumble Tinders größte Konkurrenten.

00:11:42: Gleichzeitig wirkt Wolfsklage bei Tinder immer noch nach, Gründer Sean Red verliert sogar kurzzeitig sein CEO-Posten.

00:11:50: Wem das alles aber nicht so ausmacht?

00:11:52: Den Download zahlen!

00:11:54: Weder das Image von Tinder als Sex App Noch die Skandale um die Tinder Chefetage können verhindern dass die Nutzungszahlen weiter steigen.

00:12:02: Die schlechte Presse ist jedoch nicht Tindas größtes Problem.

00:12:05: Die App generiert zwar Millionen Swipes pro Tag, aber immer noch kein Cent Cash.

00:12:11: Tinder braucht erneut einen genialen Geistespliz.

00:12:14: Und was soll ich sagen?

00:12:16: Findet ihn auch!

00:12:17: Mit nur einem Move wird aus der größten Schwäche der Plattform der stärkste finanzielle Hebel.

00:12:23: Ein Move, das so genial ist, dass sogar die größte Konkurrentin Bumble ihn schlicht kopiert.

00:12:28: Nur einer profitiert davon nicht wirklich – die Nutzerinnen und Nutzern Früher, in Los Angeles.

00:12:42: Jessica Carbino betritt die Toilette eines Restaurants.

00:12:45: Sie brauchte eine Pause von ihrem Tinder-Date das nur so mäßig läuft.

00:12:50: Dabei ist die junge Soziologin eigentlich Expertin.

00:12:53: sie hat sogar ihre Doktorarbeit über Online-Dating geschrieben.

00:12:56: Darin stellt sie fest, dass mehr als achtzig Prozent auf Tinder eigentlich auf der Suche nach einer Langzeitbeziehung sind.

00:13:03: Ihre Suche hingegen erscheint inzwischen endlos.

00:13:05: Als sich später am Abend wieder swiped wird ihr ein Profil angezeigt mit dem sie nicht gerechnet hat.

00:13:11: Sean, sechsundzwanzig Kabino kennt sich aus in der Branche und erkennt den Tinder CEO sofort.

00:13:18: Sie Swipe nach rechts.

00:13:19: It's a Match.

00:13:20: Und der Startschuss einer neuen Ära bei Tinder Die Ära des Prophets.

00:13:27: Tinder wird profitabel.

00:13:28: Wenig später treffen sich beide, Sean Red erkennt ihr Talent sofort und stellt sie ein.

00:13:33: Damals ist der Großteil der User männlich und Tinder weiter von entfernt rentabel zu sein.

00:13:39: Die neu eingestellte Soziologin soll dabei helfen dieses Problem besser zu verstehen und zu lösen Denn rein statistisch wird es gerade für Männer immer schwieriger einen Match zu generieren.

00:13:49: Weniger Chancen auf Matches führen zu verzweifelteren Männern.

00:13:52: Verzweifelterer Männer schreiben Nachrichten wie diese Und Nachrichten wie diese verringern die Chance auf ein Match nur noch weiter.

00:14:02: Ein Teufelskreis entsteht!

00:14:04: Doch statt ihr App wieder attraktiver für Frauen zu machen, hat Sean Red eine andere Idee – Tinder Plus.

00:14:10: Tinder Plus ist ein Abo-Modell mit dem Ziel vor allem männlichen Nutzern zu vermitteln dass sie die Chance auch auf einen Match wieder aktiv beeinflussen können.

00:14:19: Wenn Sie bereit sind dafür zu bezahlen versteht sich.

00:14:23: Die Einführung von In-App-Käufen macht Tinder, also nur ein Jahr später erstmals profitabel.

00:14:30: Den Zahlen der Nutzerinnen und Nutzern sei Dank – beziehungsweise eher den Nutzeren denn sechsohnundzig Prozent von ihnen sind männlich!

00:14:37: Auf Tinder Plus folgt in den nächsten Jahren Tinder Gold und Tinder Platinum.

00:14:42: All diese Abo-Modelle bieten noch mehr Funktionen.

00:14:45: Von unendlichen Likes bis hin zur Möglichkeit einen Profil anzuschreiben ohne dass es überhaupt vorher ein Match gab.

00:14:52: Tinder nutzt dabei ein dynamisches Preismodell.

00:14:56: Das heißt, Personen über dreißig zahlen für das selbe Tinder-Abo in der Regel doppelt so viel wie Personen unter Dreißig.

00:15:03: und wenn einem das alles noch nicht reicht werden sogar noch zusätzliche Mikrotransaktionen wie Superlikes angeboten.

00:15:10: So wird man den gesuperlikten Person dann ganz ganz sicher angezeigt.

00:15:15: heute kosten drei super likes unschlagbare zwölf Euro.

00:15:18: aus heutiger Sicht ist das aber alles gar nichts außergewöhnliches mehr.

00:15:22: Mittlerweile bieten alle Dating-Plattformen Bezahlmodelle an, deren Funktion und Preiskategorien an ihre Zielgruppe angepasst werden.

00:15:28: Auch Bumble!

00:15:32: Also nur fünf Jahre nach der ersten Idee beim Mittagessen wird Tinder mit einem Umsatz von über vierhundert drei Millionen Euro zur profitabelsten App in App Store.

00:15:42: Im gleichen Jahr versucht übrigens die Match Group also der Konzern HinterTinder zu dem neben Tinder auch Plattform wie Hinge, OKCupid usw.

00:15:50: gehören Bumble zu kaufen.

00:15:52: Gleich zweimal.

00:15:53: Das erste Angebot von vierhundertfünfzig Millionen Euro wird genauso abgelehnt wie ein zweites Angebot, von über einer Milliarde Euro!

00:16:01: Heute hat Bumble eine Marktkapitalisierung von siebenhundertdreinzwanzig Millionen Dollar.

00:16:08: Bei diesen Übernahmeangeboten spielt Jean Redd aber nur noch eine untergeordnete Rolle.

00:16:13: Die Geschichte, wie der CEO von Tinder in der Zwischenzeit sein Dropfellon hat, welche unglaublichen Skandale sich in der Welt der Online-Dating Mugule abspielten, springt den Rahmen für dieses Video!

00:16:23: All das könnt ihr aber in unserer Podcastserie Imperium nachhören – da gibt's jeden Dienstag eine neue Folge überall wo es Podcasts gibt.

00:16:31: Auch ohne Bumble hat der Konzern Match Group heute einen Marktanteil von ungefähr sechzig Prozent.

00:16:37: Direkt dahinter auf Platz zwei, Bumble mit ca.

00:16:40: sechsundzwanzig Prozent.

00:16:42: Nach dem Umsatzpeak in der Coronazeit sind die Zahlen der führenden Online-Datingkonzerne aber rückläufig.

00:16:47: Die Aktie der Match Group zum Beispiel, die zweitausend und zwanzig noch hundertfünfzig Euro wert ist, kriegt man heute schon für ungefähr achtundzwantig Euro.

00:16:57: Viele Menschen tendieren wieder dazu mehr im eigenen Umfeld zu daten weil Swiping müde macht.

00:17:02: Das Phänomen des Dating-Burnouts macht sich breit.

00:17:05: In einer Umfrage geben knapp seventy acht Prozent der Befragten an, dass Online-Dating sie mental oder körperlich erschöpft.

00:17:12: Wirklich am Ende sind Tinder, Bumble und Co ja aber irgendwie trotzdem nicht.

00:17:16: Es stimmt zwar das heute weniger geswipet wird als während Corona allerdings suchen weltweit immer noch hunderte Millionen Menschen nach der großen Liebe.

00:17:24: Warum halten wir so daran fest obwohl die wenigsten wirklich gute Erfahrungen machen?

00:17:29: Macht Online Dating?

00:17:30: Vielleicht nicht nur schon Red, sondern uns alle irgendwie süchtig.

00:17:34: Diese Frage stellen nicht wir uns, sondern auch US-Gerichte!

00:17:38: Zwei Tausend Vierzehn wird eine Sammelklage gegen die Match Group eingereicht.

00:17:42: Darin wird behauptet das Tinder voll von sichtig machenden Funktionen sei.

00:17:45: Die App sei darauf angelegt, eine zwanghafte Nutzung zu fördern.

00:17:50: Userinnen und User würden in einer ewigen Bezahlschleife gefangen gehalten statt – wie eigentlich versprochen bei ihrer Suche nach einer Beziehung unterstützt zu werden.

00:17:59: Ein Urteil, das diese Anschuldigung offiziell bestätigt gibt es nicht.

00:18:02: Trotzdem wissen wir dass die Dating App suchtähnliche Verhaltensweisen fördern.

00:18:07: Das gamifizierte System kann mit dem von Glücksspielautomaten verglichen werden.

00:18:11: Das Swiping und die Spannung Match oder kein Match bindet Menschen an die App.

00:18:16: Das Prinzip nennt man Variable Belohnung.

00:18:19: Matches werden groß zelebriert, Absagen nie aktiv mitgeteilt.

00:18:23: Die Abwesenheit von Misserfolg und das aufregende Gefühl des hinter dem nächsten Profil wieder ein Match warten könnte macht es so schwer mit dem zweiten Aufzuhören.

00:18:31: Psychologinnen und Psychologen wissen heute dass die führenden Dating-Apps dieselben Belohnungszentren aktivieren wie Glücksspiel.

00:18:38: Aber auch hier eine medizinisch anerkannter Online-Dating Sucht gibt's nicht.

00:18:44: Okay also sind wir jetzt alle verloren?

00:18:48: Und alle online Dating-Apps jetzt die Casinos der Zukunft, aus denen wir bald nicht mehr ausbrechen können?

00:18:53: Die Diskussion über die Online-Dating-Sucht und die Beweise, die vorliegen sind ähnlich wie die über Social Media Sucht.

00:18:59: Online Dating kann süchtig machen, muss es aber nicht!

00:19:02: Teil der Wahrheit ist nun mal auch das Dating Apps viele Menschen real geholfen haben ein Partner zu finden – ich kenne da sogar jemanden.

00:19:10: Wenn ihr Lust habt auf weitere spannende Unternehmensgeschichten, abonniert diesen Kanal oder checkt unseren Podcast Imperium überall wo es Podcasts gibt aus.

00:19:19: Bis zum nächsten Mal!

00:19:20: Tschüss.

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